
Bitte Lautsprecher einschalten
Als ich auf die Welt kam, war ich ein kleiner, süßer Welpe. Meine Mami war warm und weich. Doch der Platz, wo wir wohnten war kalt und dunkel. Ich kuschelte mich an meine Geschwister und meine Mami. Als wir größer wurden, spielten wir mit dem, was wir hatten - Dreck und Kot. Mami ging es nicht so gut. Sie hatte nicht genug Milch für uns. Nach ein paar Wochen kamen Menschen zu uns in die Scheune und die Leute nahmen uns hoch und drehten uns hin und her.
An einem Morgen kam ein Mann. Er sah mich an und untersuchte mich genau. Er riss mein kleines Mäulchen hart auf. Es war ihm egal, dass es mir wehtat. Ich schrie nach meiner Mami, aber das interessierte niemanden. Der Mann hatte eine harte Stimme und war nicht sehr lieb zu mir. Ich hatte große Angst und wollte zu meiner Mami und meinen Geschwistern. Die zwei Männer diskutierten laut und lachten immer dabei. Dann klatschten sie in die Hände und der Mann nahm mich ruppig auf den Arm. Er machte den Kofferraum seines Autos auf und warf mich hinein. Als er den Deckel zumachte, war es dunkel und ich hatte große Angst. Mein lautes Weinen interessierte keinen. Nach einer Weile legte ich mich hin und weinte leise in mich hinein. Wo waren nur meine Mami und meine Geschwisterchen? Nach einer Weile hielt das Auto an und der Mann holte mich aus dem Auto. Ich sah einen großen Hof, der dreckig und einsam war. Der Mann ging mit mir zu einer schmutzigen, alten Hütte. Er legte mir ein Halsband um und hing mich an eine Kette. Ich zog und zerrte an dieser Kette bis ich nicht mehr konnte. Ich kroch in die alte Hütte und legte mich hin. Langsam schlief ich ein. Mein Schlaf war unruhig und traurig - ich musste immer an meine Mami denken - Was sie wohl gerade macht?
Die Nacht verging, und mir war kalt und meine Angst wurde immer größer. Am Morgen kam der Mann und stellte mir einen Napf hin. Der Inhalt sah eklig aus und roch widerlich. Ich ging zu dem Mann und ich wollte mich an ihn kuscheln. Mir war doch so kalt und er war doch nun mein Herrchen. Aber er schob mich weg und sagte zu mir Hee Kleiner, du bist nicht zum kuscheln hier, sondern zum Wachen. Du passt ab heute auf meinen Hof auf. Zwei Tage lang verweigerte ich das essen. Es roch so schrecklich. Aber der Hunger wurde zu groß und so quälte ich es in mich hinein.
So vergingen viele Jahre - Sommer wie Winter hing ich an meiner Kette. Niemand sah mich keiner spielte mit mir - nie konnte ich über Wiesen laufen kein warmer, weicher Platz nie ein kuscheln oder streicheln - keiner liebte mich. Ich wollte doch nur geliebt werden.
Nach 10 Jahren der Qual und Pein, konnte ich nicht mehr. Das Halsband war schon lange zu klein geworden und schnürte sich voller Schmerz in meinen Hals. In meinem Bauch wucherte ein Tumor, der immer größer wurde und ich hatte ganz große Schmerzen. Aber meinem Herren interessierte das nicht. An den Tagen, wo mir das Aufstehen besonders schwer viel, prügelte er mich hoch.
Dann kam der Tag, wo ein Auto auf den Hof fuhr. Zwei Männer in Uniform stiegen aus und sie redeten sehr laut mit meinem Herren. Dann kamen die Männer zu mir und brachten mich fort.
Wir fuhren an einem Ort mit vielen meiner Kollegen. Ich wusste nicht, was ich hier soll. Ich musste doch Zuhause aufpassen, sonst wird mein Herr wieder böse mit mir und ich bekomme Prügel.
Aber mein Herr kam nicht mehr.
Nach zwei Tagen fuhr ein großes Auto mit Hänger auf das Gelände des Tierheimes.
Vier Menschen stiegen aus und begrüßten viele meiner Kollegen sehr liebevoll und sie freuten sich riesig.
Dann sah einer der Personen zu mir rüber und kam ganz langsam auf mich zu. Sie beugte sich zu mir und sah mir in meine Augen. Ein warmer Schauer ging durch mein Herz und diese Frau kümmerte sich die ganze Zeit um mich. Sie streichelt und liebkoste mich. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Das tat so gut. Sie gab mir leckeres Essen und redete ganz sanft mit mir. Ich ging keinen Zentimeter mehr von ihr weg.
Doch plötzlich standen alle auf und gingen zum Auto. Die Menschen nahmen sich in die Arme und verabschieden sich. Dann kam die Frau zu mir, nahm meinen Kopf in ihre Arme und sagte ganz sanft zu mir: Mein großer Teddy, keine Angst - ich hole dich zu mir. Ich lass dich nicht hier.
Und dann fuhr sie weg. Es war wie immer - ich war einsam und traurig - wird sie wirklich wiederkommen.
3 Tage danach war sie wieder da und hielt ihr Versprechen. Sie holte mich Heim. *Zuhause*, nach zehn Jahren ein Zuhause. Wir hatten eine lange Strecke vor uns, aber das war mir egal. Ich hörte das erste Mal lachen. Ich spürte, jetzt wird alles gut für mich.
Der erste Weg war zu einem Tierarzt. Ich wusste nicht was das war, denn bei einem Tierarzt war ich ja noch nie.
Der Mann im weißen Kittel war sehr nett zu mir und er untersuchte mich sehr genau. Doch ich merkte, das was der Mann sagte, war nichts Gutes. Ich hörte, das kann man leider nichts mehr machen kann und das ich bald sterben würde. Doch ich wollte stark sein und noch ein paar Tage mit der Familie verbringen.
Als wir in meinem neuen Zuhause ankamen, war alles voller Wärme und Liebe. Alle kümmerten sich sehr liebevoll um mich und ich war glücklich. Das erst Mal im meinem Leben Liebe.
Ich wollte so stark sein und kämpfen. Doch mein Körper machte nicht mit. Ich hatte so starke Schmerzen.
Ich wusste, ich musste gehen. Doch ich wollte nicht. Ich wollte leben. Über Wiesen rennen - spielen kuscheln und meine Liebe verschenken.
Mit letzter Kraft leckte ich meinem Frauchen über die Hand und blicke in ihre Augen mit einem riesen Danke in meinem Blick.
Dann verlor ich den Kampf, ich hörte sie noch sagen: *Warum konnte ich dir nicht helfen?*
Warum hatte ich nie ein Zuhause. Ich war immer lieb - nie böse - ich wollte nur Liebe.
Mein Frauchen hat mich nicht alleine gelassen. Ich konnte in ihren Armen einschlafen.
